Wanderstudienreise in Apulien

SAV Kißlegg wanderte in Apulien mit seiner grandiosen Naturlandschaft Gargano

Bei einer 10-tägigen Wanderstudienreise in Apulien erlebten 39 begeisterte Teilnehmer die Faszination dieser geschichtsträchtigen  Kulturlandschaft. Kaum ein Herrschergeschlecht hat so zahlreiche und eindrucksvolle Spuren hinterlassen wie die Staufer in Süditalien.
Die Reise begann mit dem Flug von München nach Bari, wo eine Führung durch die Stadt die ersten Eindrücke hinterlassen hat.  Danach ging es zum Landhotel im Nationalpark Gargano bei Manfredonia, dem Aufenthalt für die kommenden Tage.
Durchweg ideales Wanderwetter begleitete die Gruppe bei ihren teils anspruchsvollen Wanderungen auf dem Südrand des Gargano–Gebirges, meist direkt entlang der Adriaküste. Hier gab es wilde Orchideen, Alpenveilchen und Pfingstrosen in einer Vielzahl zu bewundern. Beim Castel Pagano konnte ein einmaliger Panoramablick auf die Ebene des  Tavoliere delle Piglie bis zur Adria und den Tremiti Inseln genossen werden. Es folgte die Besichtigung der Stadt Lucera, der Lieblingsresidenz Friedrichs II, eine in sich geschlossene, fast vollständig aus Backsteinen erbaute Altstadt mit viel südländischem Flair. Ein weiterer Höhepunkt  war Monte Saraceno, einer der schönsten Aussichtsberge des Garganos.  Auf der Bergspitze befinden sich antike Grabstätten (Necropoli) der illyrischen Daunier, die sich ab 1000 v. Chr. im Gebiet ansiedelten.
Es folgten Wanderungen im Nationalpark Alta Murgia über Olivenhaine hinweg an alten Trullis vorbei zum Castel del Monte, welches im 13. Jh. Vom Stauferkaiser Friedrich II. als Symbol seiner Macht erbaut wurde. Die Anlage liegt exakt auf der Mitte der Magnetlinie zwischen Frankreich und Apulien (Zufall oder Berechnung?). Die Wanderung nach Vieste mit Felsenküste bot Natur und Geschichte in Hülle und Fülle.  Es folgte die Besichtigung der Altstadt mit seinen verwinkelten Gässchen, der Kathedrale und der staufischen Burg. Auch ein Trabbucco, ein antikes Fischfanggerät, konnte bewundert werden.
Der nächste Tag war dem Pilgerweg Monte Sacro am Rande des Foresta Umbra gewidmet. Die verschiedenen Ökosysteme Olivenhaine und Weidelandschaft machen diese Landschaft einmalig. Am Gipfel des Monte Sacro befinden sich Reste eines antiken Tempels, die später in eine Benediktinerabtei umgewandelt wurde. Entlang der adriatischen Küste zwischen Bari und Manfredonia liegen, wie Perlen aneinander gereiht, schöne alte Hafenstädte und imposante Kastelle, die Friedrich II. erbauen ließ. Eine davon ist Trani, berühmt durch seine Kathedrale, erbaut im romanisch-apulischen Stil auf einer Terrasse direkt am Meer, eine weitere Barletta mit seinem Wahrzeichen, der riesigen Bronzestatue des Colosso.
Ein atemberaubendes Naturerlebnis war die Küstenwanderung  von Mattinata nach Vieste mit zahlreichen und faszinierenden Meeresgrotten und Buchten. Eine abschließende Bootsfahrt entlang der garganischen Felslandschaft bot Einblicke in geheimnisvolle Meeresgrotten und einsame Buchten.
Bei der letzten Wanderung konnten die in Felsen gehauenen Einsiedeleien Eremi di Pulsano besichtigt werden. Es bot sich auch ein einzigartiger Panoramablick zur Küste und in die Canyon-Landschaft. Den Abschluss bildete die Besichtigung der mittelalterlichen Pilgerstadt Monte Sant’Angelo, reich an Höhepunkten mit seinen verwinkelten Gässchen, der Burganlage und der berühmten Wallfahrtskirche S.Michael, die in einer Höhle eingerichtet wurde. Es waren zehn unvergessliche Tage auf den Spuren der Staufer.

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