SAV wanderte im Oberengadin und Bergell

Die traditionelle Wanderwoche führte in diesem Jahr in den Kanton Graubünden. 48 Wanderfreunde fieberten schon längere Zeit diesem Event entgegen und wurden durch eine beeindruckende Bergwelt, schöne Orte, interessante Gebäude und viel Kultur in all ihrer Vielfalt belohnt, obwohl das vorgesehene Programm wegen einer Straßensperre bei Bondo, bedingt Felssturz und Murenabgänge, etwas abgeändert werden musste.
Von Stampa, dem Heimatort der Giacomettis, ging es auf romantischen Pfaden am Palazzo Castelmur vorbei auf den Sonnenbalkon von Soglio. Faszinierende Ausblicke auf Piz Badile und Piz Cengalo entschädigten für den mühsamen Aufstieg durch die Schlucht La Porta. Beim Abstieg durchquerte die Gruppe den üppigen Kastanienwald von Brentan, den größten der Schweiz. Mit dem Bus ging es von Castasegna nach Chiavenna ins Hotel Conradi, dem Quartier für die bevorstehende Woche.
Am folgenden Tag erreichte eine Gruppe nach mühsamem Aufstieg am Wasserfall Acquafraggia das kleine idyllische Bergdorf Savogno, ein Ort der Ruhe und Verlassenheit; es scheint, als wäre hier die Zeit vor etwa 100 Jahren stehen geblieben. Nur noch wenige Häuser werden im Sommer von ihren Besitzern als Feriendomizile benutzt. Der Weg der anderen Gruppe führte entlang der Via Bregaglia von S.Croce an verschiedenen kulturellen Sehenswürdigkeiten vorbei nach Chiavenna. Am späten Nachmittag wurde gemeinsam der berühmte Palazzo Vertemate besichtigt. Bei einer Führung wurde die elegante und unbeschreibliche Atmosphäre des historischen Palastes spürbar.
Am nächsten Tag ging es südwärts an den Comer See, wo zwei Touren mit unterschiedlichen Anforderungen angeboten wurden. Eine Gruppe wanderte auf einem Höhenweg über Domaso mit herrlichem Blick auf den See. Auf dem Rückweg am Seeufer bot sich Gelegenheit zum Baden und am Ziel Einkehr in einer schattigen Weinlaube. Die anderen erreichten nach einem steilen Aufstieg von 600 Höhenmetern die unterhalb des Monte Grona gelegene Hütte Rif. Menaggio.
Bei einer zweistündigen Stadtführung am 4.Tag wurde die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der historischen Stadt Chiavenna ersichtlich. Der Rest des Tages stand den Teilnehmern zur freien Verfügung. Lohnende Ziele waren der botanische Park „Paradiso“ und der geomorphologische „Marmitte dei Giganti“.
Die Öffnung der Passstraße nach Maloja ermöglichte am Freitag die Durchführung von zwei der ursprünglich geplanten Touren im Oberengadin. Nach kurzer Besichtigung des Maschinenraumes  ging es mit der Corvatsch-Bahn zur Mittelstation und von dort zur Passhöhe Fuorcla Surlej. Hier bietet sich dem Betrachter ein grandioser Ausblick in den Festsaal der Alpen, einer Gletscherwelt mit Biancograt, Piz Bernina und Piz Roseg. Die anderen wanderten entlang der Engadiner Marathonstrecke von Surlej nach St. Moritz-Bad, am Moritzer See entlang und vorbei am Stazer See nach Pontresina. Mit dem Bus ging es weiter nach Morteratsch, von wo man noch bis zur Gletscherzunge gehen konnte. Auch hier bot sich ein spektakuläres Panorama mit frisch verschneiten Gipfeln von Piz Palü und Bellavista und dem Morteratschgletscher.
Das ideale Wanderwetter änderte sich am Samstag; dennoch wagten bei leichtem Nieselregen 25 Freiwillige eine kleine Wanderung entlang der Mera. Auf der Via Bregaglia gelangten sie auf einem alten Saumpfad, umgeben von Steinmauern, nach Prosto zum Gasthaus Crotto Belvedere, wo eine Mittagsrast eingelegt wurde. Nach der Besichtigung eines Specksteinateliers ging es an alten Crottis und einer Gletschermühle vorbei zurück nach Chiavenna. Die Übrigen besuchten in der Stadt Museen, Ausstellungen und andere Sehenswürdigkeiten.
Mit Mario Sohler vom gleichnamigen Busunternehmen aus Hiltensweiler hatten die Organisatoren einen absoluten Glücksgriff getan. Nicht nur seine angenehme und sehr sichere Fahrweise wurde gelobt, sondern auch sein Ideenreichtum bei der Neuplanung von Touren und Besichtigungen.
Am Sonntagmorgen hieß es Abschied nehmen und Gepäck einladen. Ruhig und präzise lenkte Mario seinen neuen Bus durch die engsten Ortsdurchfahrten von Spino und Promontogno, den Malojapass hinauf und über den tief verschneiten Julierpass. Nach einem kurzen Aufenthalt im Heidiland bei Bad Ragaz ging eine unvergessliche Wanderwoche zu Ende.

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